Artikel-Schlagworte: „Charly“

2. Mai 2011

Charly der Schauspieler 3

Den Tag darauf war ich nicht da, Christa ließ ihn raus, er machte immer noch auf schwerverletzt. Jedenfalls solange bis ein Motorradfahrer vorbei fuhr. Spontan raste er ihm hinterher. Auf allen 4 Pfoten. Nun, so einem Motorradfahrer kann man ja nicht ewig hinterrennen, er kam wieder zurück, immer noch auf 4 Pfoten. Aber es fiel ihm rechtzeitig ein, bevor er um die Hausecke bog humpelte er wieder. Er konnte ja nicht wissen, dass man ihn durch das Fenster unseres Stüberl’s sehen konnte.

Wieder einen Tag später wurde er schon etwas nachlässiger, er vergaß zu hinken. Als ich allerdings rief „Charly, bist du wieder gesund!“, ging er umgehend lahm. Nun musste ich ihn darauf aufmerksam machen „Charly, das ist die falsche Pfote. Deine andere Pfote ist kaputt.“

Er zog seine Schau tatsächlich die ganze Woche durch. Am Wochenende kam meine Freundin zu Besuch und hatte ihre Hündin dabei. Shira war noch jung, sehr ungestüm und fand Charly super. Sie ließ ihn keine Sekunde in Ruhe und er konnte noch so ekelhaft zu ihr sein, es interessierte sie überhaupt nicht.

Charly zog seine Theater natürlich auch vor meiner Freundin ab, er war sogar besonders dramatisch. Es fehlte gerade noch das er mit letzter Kraft auf dem Bauch hergerutscht kam. Ich fand es jetzt schon ein bisschen stark übertrieben. Bei seinem Drama hatte er aber Shira ganz vergessen. Die sprang permanent um ihn herum und forderte ihn zum spielen auf. Entweder haute sie ihm die Pfote auf den Kopf oder buffte ihn mit ihrer Schnauze. Wie immer wurde es Charly zuviel und begann vor ihr zu flüchten. Tja, auf drei Beinen ist nur etwas schwierig schnell genug wegzukommen, dass begriff Charly nach einer Weile auch. Es kam zu einer Blitzgenesung, von einer Sekunde auf die andere konnte er wieder völlig normal laufen. Und vor allem schnell, abhängen konnte er Shira trotzdem nicht. Sie war schon viel zu häufig bei uns und kannte seine Verstecke.

29. Apr 2011

Charly der Schauspieler 2

„Ich glaub das du spinnst, du bist doch eben noch normal gelaufen!“

So das hatte ich davon, jetzt ging er nur noch auf drei Beinen. Dazu setzte er auch noch diesen Blick auf, der aussagte was für ein fürchterlicher Tierquäler man ist. Er drehte sich übertrieben qualvoll um und humpelte weiter zum Haus. An den ersten Stufen drehte er sich zu mir um, mit extrem leidenden Blick, und erwartete dass ich ihn hochhob.

„Und von was träumst du in der Nacht? Deine Pfote ist nicht so kaputt.“

Er schnaubte unwillig und kletterte umständlich die wenigen Stufen hoch. Natürlich vergaß er seinen vernichtenden Blick dabei nicht, damit ich mich auch wirklich schlecht fühle. Den Gefallen tat ich ihm jetzt aber nicht.

Charly blieb dabei, er war schwer verletzt. Immer wieder hielt er mir die Pfote hin, ich untersuchte sie auch jedes Mal genau. Ich drückte sie ab, drehte sie in alle Richtungen ohne das er auch nur einmal annähernd gefiept hätte. Für mich stand fest das er, wie schon des öfteren, wieder einmal markierte. Ich war mir eigentlich sicher, dass er am nächsten Tag, wie üblich, ganz normal laufen würde.  Tat er aber nicht, er humpelte weiter, wobei er sorgsam darauf achtete besonders stark zu lahmen wenn man ihn dabei beobachtete.

Wir waren gerade auf der Terrasse als Christa kam, wie immer wollte er postwendend zu ihr. Nachdem ich aber nicht sofort zur Tür hechtete um in raus zu lassen, dauerte es ihm zu lang und er sprang über den Zaun. Soviel zu seiner auf schwerste verletzte Pfote. Der Zaun war hoch und ging auf der anderen Seite noch etwas tiefer hinunter. Auf der anderen Seite des Zauns fiel ihm wieder ein dass er doch seine Pfote kaputt war. Augenblicklich zog er die Pfote hoch, hinkte auf 3 Pfoten zur Christa, setzte sich vor sie und hielt ihr die Pfote hin. Sie bemitleidete ihn ausgiebig, nicht das sie ihm geglaubt hätte. So ging es den restlichen Tag weiter. Sobald sich einer blicken ließ, humpelte er hin und war leidend.

27. Apr 2011

Charly der Schauspieler 1

Charly ist ja nun wirklich kein vorsichtiger Hund und geht einem Kampf absolut nicht aus dem Weg, entsprechende Verletzungen hat er ja dann auch jedes Mal. Dann möchte er aber bemitleidet werden und zwar von jedem und das bitte ausführlich. Die meisten Verletzungen hat er am Ohr und an den Pfoten von den Beißereien mit Timmy. Immer pünktlich zum Vollmond und immer ist er derjenige der anfängt. Nur Timmy hat einfach längeres Fell und schnell rausgefunden das Charly am Ohr und den Pfoten am empfindlichsten ist. Das hilft ihm zwar nicht während der Rauferei aber Charly leidet hinterher länger. Und er leidet gründlich. Sobald jemand auf den Hof kommt humpelt er ganz fürchterlich auf denjenigen zu (die Treppen ist ein paar Minuten vorher aber recht flott runtergelaufen) setzt sich vor ihm hin und zeigt seine schmerzende Pfote. Hier muss man ihn dann mit mitfühlender Stimme und vielen Streicheleinheiten zeigen, dass er der ärmste aller armen Hunde ist. Macht man das nicht, wird man angestupst (eigentlich ist es eher ein Renner) und er fängt das Quietschen an.

Das er schauspielerische Fähigkeiten besitzt hat uns sehr häufig gezeigt, aber einmal übertraf er sich haushoch.

Charly war im Stall bei Christa, sie hatte Stalldienst. Er liebt sie über alles. Ich weiß immer sofort wenn sie auf den Hof fährt, bei den anderen schlägt er an, bei ihr flippt er aus und man muss ihn sofort raus lassen, da er sonst völlig hysterisch wird.

Während sie mit der Stallarbeit beschäftigt war legte er sich mit ihrem Haflinger Hafi an, er eifert auch bei ihr extrem. Hafi trat nach ihm und traf, allerdings nur leicht. Er quietschte zwar kurz auf aber das war’s. Eine ganze Weile später wollte ich ins Haus, Charly lief voraus und ich bildete mir ein dass er nicht ganz sauber ging. Ich war mir aber nicht sicher, wenn dann war es wirklich nur minimal. Trotzdem machte ich eine Bemerkung die ich wohl besser gelassen hätte, besser gesagt ich fragte ihn „Charly hast du was?“. Kaum hatte ich die Frage gestellt ging er stocklahm, dass konnte ja wohl nicht sein.

26. Mrz 2011

Der krähende Igor Teil 2 & Sinneswandel

Es war ein Knäuel aus Hund und Gockel. Einerseits konnte ich Charly verstehen, aber es ging auf keinen Fall, dass ich dastand und zusah wie Charly Igor fertig machte.

Ich sagte Charly das er auslassen sollte, beim vierten mal registrierte er das ich ihn damit meinte. Gut, ich war ein bisschen lauter, im Ort 500 m weiter wussten sie nun auch, dass ich wollte das Charly den Gockel ausspucken sollte.

Er sah mich an, man konnte direkt sehen wie er hin und her gerissen war, ob er weiterraufen oder den doofen Vogel auslassen sollte. Er ließ ihn fallen, dass darf man wörtlich nehmen. Igor plumpste auf den Boden und ich dachte er wäre hin. Ein Irrtum, er rappelte sich auf, schüttelte seine Federn, jedenfalls die die ihm noch geblieben sind. Er war ziemlich voll gesabbert und gut gerupft.

Während Igor versuchte seine verbliebenen Federn zu sortieren, war Charly damit beschäftigt die anderen auszuspucken, was anscheinend nicht so einfach war.

Gut, das war genug Action für heute, dachte ich. Das sah Igor anders, er sortierte nicht länger Federn, sondern machte sich groß, flatterte mit den Flügeln, krähte und ging wieder in Angriffstellung.

„Du hast sie doch nicht mehr alle! An deiner Stelle wäre ich vorsichtig, du bist sowieso fast bratfertig. Nur einen Schritt und du liegst heute Abend im Backofen!“ schnauzte ich ihn an.

Charly stellte sich neben mich und knurrte. Er beschloss sich zu verziehen. Vermutlich hatte er keine Lust auf ein knuspriges Abenteuer. Er suchte sich lieber ein einfacheres Opfer.

Dirk.

Der war damals gerade 6 Jahre alt.

24. Mrz 2011

Der krähende Igor

Irgendwann kamen wir auf die Idee uns Hühner anzuschaffen. Zu den Hühnern kam noch ein Zwerggockel, wir nannten ihn Igor. Es waren unsere ersten Hühner und mit jungen Gockeln hatte ich noch überhaupt keine Erfahrung. Selbstverständlich hatte ich mir ein Buch besorgt, indem alles über die Haltung von Geflügel steht, aber es gab kein Kapitel über die Stimmbruchphase von Gockel. Ich werde wohl mal ein Buch schreiben „Gockel für Anfänger“.

Erst ging es damit los, dass ich draußen immer wieder eine Tür quietschen hörte und das obwohl ich allein am Hof war. Noch merkwürdiger war das die Türen  geschlossen waren, wie konnten die dann quietschen? Ich fing schon an meinem Verstand zu zweifeln, aber diese Option gefiel mir überhaupt nicht, also verfolgte ich lieber den Quietschton. Und ich fand die Ursache, es war Igor mit seinen ersten Krähversuchen. Es klang fürchterlich, da musste noch viel geübt werden. Die nächsten male rannte ich ins Haus, in der Annahme eins der Kinder schreit wie am Spieß, Dirk sah mich schon misstrauisch an, als hätte ich einen Dachschaden. Diesmal verfolgte ich gleich Igor, diese entsetzlichen Geräusche kamen natürlich von ihm. Ich fing an daran zu zweifeln ob er das krähen jemals hinbekommt.

Nach weiteren haarsträubenden Krähversuchen, bei denen ich heilfroh war das die Stallwände zu dick waren um ihn im Haus noch zu hören, es hätte einem in der Früh schon die Zehnägel aufgerollt, gelang es ihm doch noch.

Bis dahin war er ein netter kleiner Gockel, die Betonung liegt bei war.

Dann änderte er sich, er wurde zu einem boshaften kleinen Ekel. Ständig lauerte er einem auf und hackte von hinten in die Beine. Egal ob Mensch oder Tier. Die Katzen machten einen großen Bogen um ihn.

Ich halte normalerweise nichts davon mit Brachialgewalt auf Tiere loszugehen aber irgendwann erwischte er bei mir einen besonders schlechten Tag. Da rannte ich nicht hinter ihm her um ihn zu verscheuchen, sondern griff mir den Stallbesen, holte aus und kickte ihn weg. Beinahe hätte ich ein schlechtes Gewissen bekommen, es war wirklich ein Volltreffer und er landete äußerst unsanft. Aber er schüttelte sich nur kurz und lief schon wieder kampflustig in meine Richtung. Na gut, ich war bereit, aber er überlegte es angesichts meines Besens anders. Nicht das er sich dann von mir ferngehalten hätte. Ständig musste man dieses kleine Biest im Auge behalten. Igor machte natürlich auch vor den Hunden nicht halt, die hatten aber striktes Verbot das Geflügel anzurühren, so drohten sie nur oder schnappten nach ihm, taten aber nichts weiter. Während die anderen Hunde den Gockel mieden, dachte Charly nicht daran ihm aus dem Weg zu gehen, er ist und bleibt nun mal ein Sturkopf. Und dann hatten wir wieder einmal Vollmond, da entwickelt sich Charly zum Monster. Er hat nur üble Laune, knurrt alle an und fängt eine Rauferei nach anderen mit Timmy an. An so einem Tag griff Igor Charly an. Und die beiden fingen das raufen an, so was muss man gesehen haben um das zu glauben. Es ging zu wie einem Comic.

18. Mrz 2011

Charly (Rasputin) und die Pferde Teil 2

Nicht das Charly Sammy jetzt in Ruhe gelassen hätte, nein er hatte sich vorgenommen seinen Erzfeind zu besiegen.

Und so kam es wie es kommen musste. Charly fegte wie üblich Sammy am laufenden Band an, ich jagte ihn zwar immer wieder weg, da ich schon bemerkt hatte das Sammy total übel gelaunt war, aber er wartete bis ich nicht mehr schaute und schlich sich wieder zu Sammy.

Charly hatte sich gemerkt das Sammy hinten ausdrosch und ihn auf der Koppel jagte. Also ging er hinten nicht mehr so nah ran und auf der Koppel hielt einen großen Abstand und blieb möglichst nahe am Zaun. Er hatte auch sehr wohl bemerkt das Sammy ihn im Stall nicht richtig verfolgen konnte, dort hatte er entschieden zu viele Fluchtmöglichkeiten und wenn er sich nur hinter mich stellte. Was ich nebenbei bemerkt ziemlich doof finde, ich kann mich nicht dafür begeistern eine wütende 600 kg Wumme zum stoppen zu bringen. Es ist so als würde man einen D-Zug zum anhalten bringen. Er bleibt zwar einige Zentimeter vor mir stehen aber dann schnaubt er grundsätzlich restlos verärgert heftig durch seine Nüstern und ich muss mir dann den feuchten Inhalt aus dem Gesicht wischen. Irgendwo hat meine Tierliebe auch seine Grenzen.

Nun, wie dem auch sei, Charly hatte sich vorgenommen Sammy in die Nase zu zwicken. Doch plötzlich sprang Sammy auf ihn zu und schlug mit den Vorderhufen nach ihm, darauf war Charly nicht gefasst, dass war neu. Der Huf traf ihn mitten im Gesicht. Charly schrie gleichzeitig mit mir auf und rannte ins Haus. Das konnte nicht gut gegangen sein, ich lief hinter ihm her um ihn mir anzusehen. Er hatte eine üble Platzwunde neben seinem Auge, ich machte mir aber noch mehr Sorgen um seinen Kopf, es war schließlich ein Volltreffer. Also wieder einmal zum Tierarzt. Charly hatte wie immer Glück, soweit fehlte ihm nichts. Er war ein paar Tage ruhiger, da er Kopfschmerzen hatte und sein Auge heilte auch wieder. Nur ein paar Millimeter mehr und er hätte es verloren.

Natürlich lernte Charly nicht daraus, wenn er sich etwas in den Kopf gesetzt hat dann soll es auch so sein.

Nach einigen Tagen Ruhe nahm er seinen Feldzug gegen Sammy wieder auf. Inzwischen bin ich schon fast davon überzeugt, dass man Charly mit einem Panzer überfahren könnte, ohne dass er einen größeren Schaden davon tragen würde. Ich sollte ihn vielleicht umtaufen in Rasputin.

15. Mrz 2011

Charly und die Pferde Teil 1

Schecken sind ganz böse Pferde und stehen auf seiner Feindeliste jetzt ganz oben. Er ging von da ab auf jeden Schecken los den er sah, aber nicht mehr von hinten sondern von vorn. Und Sammy schikanierte er wann immer er konnte. Der nächste Zusammenstoß war absehbar.

Wir waren auf der Koppel und Charly rannte schon eine ganze Weile bellend um Sammy herum der wiederum ständig nach ihm ausschlug. Da Charly aber nicht nah genug an ihn herankam, erwischte er Charly nicht und das merkte Sammy irgendwann. Also änderte er seine Taktik. Er rannte plötzlich auf Charly zu. Der stutzte einen Augenblick, erkannte dass es brenzlig wird und raste los. Charly ist sehr schnell und wendiger als Sammy also beobachtete ich das ganze erst amüsiert. Ich war mir ganz sicher dass Charly einen Haken nach links oder rechts schlagen und unter den Zaun durchschlüpfen würde. Das wäre der kürzeste Weg gewesen. Aber das tat Charly nicht, er lief geradeaus weiter und da war es bis zum Zaun noch ein weiter Weg. Sammy bekam immer mehr Tempo und der Abstand verringerte sich. Das registrierte Charly auch und legte noch einmal einen Zahn zu, aber Sammy holte trotzdem auf. Charly kniff seinen Schwanz zwischen die Beine (jetzt war der Abstand wieder einen kleinen Tick größer), er fand das nun nicht mehr lustig. Er fing das jaulen an und rannte  als wäre der Leibhaftige hinter ihm her, nun ja ein großer Unterschied war da ja auch nicht mehr. Charlys Hinterbeine überholten ihn schon fast, er spürte das Sammy schon dicht hinter ihm war, verzweifelt versuchte er sein Hinterteil einzuziehen. Ich fand es unglaublich dass man so noch laufen konnte, es sah aus als ob sein Hinterteil neben ihm herrennen würde. Es waren nur noch einige Meter bis zum Zaun. Sammy machte nicht annährend den Eindruck als hätte er vor zu bremsen, ich glaube er wollte nur noch Charly an den Kragen. Ich sah die beiden schon im vollen Speed durch den Zaun brechen. Charly flog förmlich unter den Zaun durch und Sammy legte einen perfekten Stopp mit einer 180° Grad Drehung hin. Ich war beeindruckt, vielleicht sollten wir doch die Ausbildung im Westernreiten erweitern.

Charly blieb einige Meter vom Zaun entfernt stehen, nun in Sicherheit fing er sofort wieder das bellen an. Zumindest so was ähnliches, was man halt dann noch so rausbringt zwischen dem Japsen.

7. Feb 2011

Charly der Schokoladendieb Teil 3

Charly hatte uns bewiesen, dass er bei Schokolade, Alkohol, Plastik und einer ungeheuren Menge Fett nicht drauf ging. Man sollte meinen das würde reichen, aber nicht unser Charly. Er wollte  anscheinend selbst wissen wie weit er gehen kann, also legte er sich mit den Pferden an. Genauer gesagt mit Sammy, der kann Hunde nicht ausstehen. Bei Rico und Bonny ist mir schon aufgefallen das er sofort die Ohren hinten hat wenn er sie nur sieht, aber von den beiden geht keiner auch nur in die Nähe eines Pferdes. Als er zur Ausbildung weg war, bekam er Gelegenheit uns zu zeigen, dass er Hunde für überflüssig hielt. Er packte einen Schäferhund der an ihm, ohne zu bellen oder ihn auch nur anzuschauen, vorbeilief und schleuderte ihn durch die Luft. Er war mit einem Schlag das unbeliebteste Pferd im Stall, ich war die mit dem Monster und der Hunde hatte sein Vertrauen zu Pferden verloren. Die nächste Aktion hatte dann die Bereiterin. Nach einem Geländeritt klärte sie mich auf. Er geht wirklich gut unter dem Sattel, wobei er allerdings immer drauf achtet etwas zu finden vor dem man erschrecken kann. Er lässt sich aber sehr gut unter Kontrolle zu bringen, solange kein Hund kommt. Da wird er zum Killer. Er hat einen Hund gesehen und nahm die Verfolgung auf und es dauerte eine ganze Weile bis er sich durchparieren ließ.

Die Vorstellung wie ich mit ihm und Bonny Ausritte unternahm verwarf ich dann erst mal. Ich sah mich Warnmeldungen durchgeben das ich vorhabe mit ihm auszureiten und die Leute schon mal ihre Hunde in Sicherheit bringen können.

Nun Charly war gerade dabei sich die Stellung des Hofchefs zu sichern. Er verlangte dass alle Tiere sich ihm unterordneten. Da macht er auch vor Sammy nicht halt.

Ich war beim ausmisten und wollte das Sammy zur Seite ging, was er aber nicht sofort tat, da rannte Charly zu ihm und bellte ihn an. Sammy legte seine Ohren an und sprang auf ihn zu, dass war in Charly Augen unerhört. Er lief hinter Sammy und zwickte in seine Beine. Der Schlag war heftig. Charly jaulte auf und rannte zum Haus. Ich hinterher, ich war mir sicher das er im Schock läuft, sich aber bestimmt was gebrochen hatte und gleich zusammenklappt. Er zitterte am ganzen Körper, aber als ich ihn abtastete konnte ich nichts feststellen und als er sich wieder beruhigt hatte lief er ganz normal.

Na, dachte ich, dass war ihm eine Lehre, der wird es sich überlegen noch mal ein Pferd zu zwicken. Er ging auch den restlichen Tag nicht mehr in den Stall.

Und er hatte daraus gelernt.

1. Feb 2011

Charly der Schokoladendieb Teil 2

„Wie hat der Hund die Dinger bloß ausgepackt?“ rätselte ich.

„Da war keine Folie. Es lag nur die leere Schachtel auf dem Boden“ antwortete Julie.

Ich rannte zum Telefon und rief den Tierarzt an. Ich war mir sicher, dass der stockbesoffene Hund sofort operiert werden müsste, bei der ganzen Folie die er verschluckt hatte. Er wollte wissen wann er das Zeug gefressen hat und als er hörte das es schon ein paar Stunden her sein musste, meinte er: „da er noch lebt hat er Glück gehabt, wenn ich mir das putzen sparen möchte, soll ich ihn draußen lassen bis alles auf dem üblichen Weg wieder raus ist.“

Na ja.

Ich ging nach draußen um zu sehn was Charly treibt. Er versuchte verzweifelt sich hinzuhocken, aber er fiel entweder auf seinen Po oder kippte nach vorn auf die Schnauze. Aber Charly wäre nicht Charly, selbst im Vollrausch kommt er auf Ideen. Er schwankte zum Telefonmasten und lehnte sich wieder an. Es funktionierte. Sein Weg zurück zum Haus war  sehr abenteuerlich, aber er ist ja hart im nehmen. Jede Hilfe wies er knurrend zurück, also ließ ich ihn in Ruhe. Wer nicht will der hat schon. Seine  Laune verschlechterte sich mit jedem Sturz. Charly verschwand in seinen Hundekorb und wollte von niemanden etwas wissen. Er knurrte in einer Tour und wehe es näherte sich einer der anderen Hunde dann zeigte er seine Zähne, man konnte sie wirklich alle sehn.

Am nächsten Morgen hatte Charly einen gehörigen Kater. Bei jedem Geräusch zuckte er zusammen und Hunger hatte er auch keinen.  Mein Mitleid machte gerade einen längeren Ausflug. Es waren schließlich meine Mon Cherry die er gefressen hat.

Nachdem Charly die Alkoholikerphase hinter sich hatte, probierte er aus wie er Fett verträgt. Julie reinigte die Friteuse und schüttete das alte Fett in eine Schüssel. Ich erklärte ihm, dass er unter keinen Umständen die Schüssel in der Küche stehen lassen durfte, da sich sonst die Tiere darüber hermachten. Was machte die Ausgeburt der Intelligenz? Er stellte die Schüssel vor die Haustür. Auf den Boden.

Ich wollte in den Stall, sah beim rausgehen die leere Schüssel und war schon wieder genervt. Ich nahm an das er das fest gewordene Fett entsorgt hatte und zu faul war die Schüssel wegzuräumen. Ich rief ihn und sagte ihm dass er die Schüssel aufräumen soll, außerdem wollte ich wissen wo das Fett gelandet ist.

„Das ist in der Schüssel“ antwortete er.

„Nö, da ist es nicht. Soll das heißen du hast das Zeug einfach auf den Boden gestellt?“ fragte ich entsetzt. Charly war draußen, es war klar wo das Fett ist.

„Na, dann weißt du was du heute zu tun hast. Der bekommt irgendwann einen fürchterlichen Durchfall und du sorgst dafür, dass er rechtzeitig den Weg nach draußen findet und wenn du die ganze Nacht unterwegs bist.

Es wurde eine kurze Nacht für Julie.

28. Jan 2011

Charly der Schokoladendieb Teil 1

Charly ist ein Phänomen. Eigentlich war es für mich immer ausgeschlossen, dass dieser Hund an Altersschwäche eingeht, jetzt bin ich mir nicht mehr sicher. Den haut gar nichts um.

Ich hatte eine Schachtel Mon Cherry geschenkt bekommen. Ich nahm mir eins raus und ließ sie auf der Anrichte stehen. Am nächsten Morgen ging ich in die Küche und das erste was ich sah, war die leere Schachtel. Das war ja wohl die Höhe, für mich war klar das es nur Ralph gewesen sein konnte. Na dem würde ich was erzählen, wenn er wieder nach Hause kam, so ging das ja nicht, wenn er sich ein paar raus nimmt, aber gleich alle!

Ärgerlich deckte ich den Tisch, mir fiel gar nicht auf das Charly im Haus blieb, als ich die Hunde raus ließ. Ich rief Julie und die Kinder zum Frühstücken.

Ich beschwerte mich gerade bei Julie über Ralph’s unmögliches Benehmen als mir bei Charly etwas komisch vorkam. Er stand irgendwie so schief, genau genommen lehnte er sich an die Wand. Ich habe noch nie einen Hund gesehen der sich an eine Wand lehnt. 

„Was ist den mit dir los, Charly?“ fragte ich. Er quietschte.

„Musst du raus?“ Ich stand auf um die Terrassentür aufzumachen. Charly hatte sich schon in Bewegung gesetzt, aber wie! Er stakste auf die Tür zu und wums in sie hinein. „Ja Hund“ rief ich „bist du blind, die Tür ist doch noch zu“. Ich machte auf. Er torkelte raus, kam bis zur Stufe der Terrasse und fiel diese Kopf voraus runter und landete mit einer äußerst uneleganten Rolle auf der Seite, was er mit einem unwilligen Knurren zur Kenntnis nahm. Ich sah Julie an „der geht als wäre er besoffen“, ich ahnte etwas. Der wird doch nicht die Schachtel leer gefressen haben.

„Ich habe die Schachtel mit den Mon Cherry heute Früh vom Boden aufgehoben“ antwortete er.

Charly versuchte währenddessen äußerst umständlich aufzustehen. Er entknotete seine Hinterpfoten und wollte sich hinstellen. Das Hinterteil war schon oben, es scheiterte aber dann an seinen verschränkten Vorderpfoten, er landete wieder unsanft auf der Klappe. Ich hob Charly hoch und stellte ihn auf seine 4 Pfoten, dass war so einfach wie ein weiches Gummitier hinzustellen. Aber irgendwann schafften wir es.

Jeder Hund weiß das er mit seinem Fell spielt wenn er den Terrassenbereich als Klo missbraucht also musste Charly noch mal 1 Stufe runter. Die bewältigte er wiederum mit einer Rolle seitwärts, lag aber etwas günstiger und kam von daher alleine hoch, er torkelte in Schlangenlinien bis zur Wiese.