27. Apr 2011

Charly der Schauspieler 1

Charly ist ja nun wirklich kein vorsichtiger Hund und geht einem Kampf absolut nicht aus dem Weg, entsprechende Verletzungen hat er ja dann auch jedes Mal. Dann möchte er aber bemitleidet werden und zwar von jedem und das bitte ausführlich. Die meisten Verletzungen hat er am Ohr und an den Pfoten von den Beißereien mit Timmy. Immer pünktlich zum Vollmond und immer ist er derjenige der anfängt. Nur Timmy hat einfach längeres Fell und schnell rausgefunden das Charly am Ohr und den Pfoten am empfindlichsten ist. Das hilft ihm zwar nicht während der Rauferei aber Charly leidet hinterher länger. Und er leidet gründlich. Sobald jemand auf den Hof kommt humpelt er ganz fürchterlich auf denjenigen zu (die Treppen ist ein paar Minuten vorher aber recht flott runtergelaufen) setzt sich vor ihm hin und zeigt seine schmerzende Pfote. Hier muss man ihn dann mit mitfühlender Stimme und vielen Streicheleinheiten zeigen, dass er der ärmste aller armen Hunde ist. Macht man das nicht, wird man angestupst (eigentlich ist es eher ein Renner) und er fängt das Quietschen an.

Das er schauspielerische Fähigkeiten besitzt hat uns sehr häufig gezeigt, aber einmal übertraf er sich haushoch.

Charly war im Stall bei Christa, sie hatte Stalldienst. Er liebt sie über alles. Ich weiß immer sofort wenn sie auf den Hof fährt, bei den anderen schlägt er an, bei ihr flippt er aus und man muss ihn sofort raus lassen, da er sonst völlig hysterisch wird.

Während sie mit der Stallarbeit beschäftigt war legte er sich mit ihrem Haflinger Hafi an, er eifert auch bei ihr extrem. Hafi trat nach ihm und traf, allerdings nur leicht. Er quietschte zwar kurz auf aber das war’s. Eine ganze Weile später wollte ich ins Haus, Charly lief voraus und ich bildete mir ein dass er nicht ganz sauber ging. Ich war mir aber nicht sicher, wenn dann war es wirklich nur minimal. Trotzdem machte ich eine Bemerkung die ich wohl besser gelassen hätte, besser gesagt ich fragte ihn „Charly hast du was?“. Kaum hatte ich die Frage gestellt ging er stocklahm, dass konnte ja wohl nicht sein.

30. Mrz 2011

Igor vs. Habicht & kann ein Hahn Karate ?

Dirk wollte in den Stall zu seinem Pony. Er ging rein um kurz darauf wie vom wilden Affen gebissen, schreiend wieder raus zu rennen. Ich begriff erst gar nicht was los war. Ich sah ihn nur rennen, konnte aber den Grund nicht erkennen. Er rast aus mich zu. Für was trainierte er den? Sein Tempo war schon fast Olympiareif. Er schrie: „Tu ihn weg! Tu ihn weg!“

Ja wen den? Dirk lief plötzlich Schlangenlinien.

Da sah ich Igor hinter Dirk. Dirk pfiff an mir vorbei und ich sprang vor Igor. Er legte eine Vollbremsung hin. Neben mir stand Charly. Auf uns beide hatte er offensichtlich keine Lust.

So konnte das nicht weitergehen. Wir fingen an uns zu überlegen was wir mit ihm machen sollten.

Das Problem erledigte sich dann von selbst. Uns viel eines Tages auf das schon einige Zeit keiner von Igor angegriffen wurde. Dann stellten wir fest, dass ihn seit ein paar Stunden keiner mehr gesehen hatte. Er war wie vom Erdboden verschluckt.

Irgendwann bemerkten wir den Habicht.

Nach Igor hatten wir  erst mal eine Gockelpause. Wir überlegten uns, ob wir überhaupt noch mal einen Gockel anschaffen sollten.

Nachdem unsere Hühner konsequent den Zaun ihres Geheges ignorieren und überall umher laufen, viel uns nicht auf das eine der Hennen fehlte. Als sie wieder auftauchte hatte sie ihren Nachwuchs dabei.

Kurz, wir hatten wieder einen Gockel und der wurde größer als Igor. Nicht nur das, er wurde auch so ekelhaft. Er ließ lediglich die Hunde in Ruhe, dafür hackte er uns wann immer es ihm gelang von hinten in die Beine. Ich nahm grundsätzlich einen der Hunde mit, die dann hinter mir laufen mussten.

Dirk ging inzwischen in Karate. Er war mit mir draußen und der Gockel ließ nicht lange auf sich warten. Dirk sprang mit einem Kampfschrei auf den Gockel zu und machte ein paar seiner Karateübungen.

Der Gockel und ich schauten vermutlich ziemlich gleich dämlich. Aber der Gockel blieb zumindest stehen und fixierte Dirk, der machte unbeirrt weiter. Nach einer Weile beschloss er zu gehen. Vermutlich hatte er ernsthafte Bedenken das Dirk ansteckend sein könnte.

Auf jeden Fall ließ er ihn in Zukunft in Ruhe.

Aber wir konnten doch jetzt nicht jedes mal alle mit Kampfgeschrei und Karateübungen auf den Gockel losgehen.

Christa besorgte einen anderen Platz für ihn.

 Es ist wieder ein neuer Gockel da, diesmal ein braver. Er hat zwar seine Hennen absolut nicht unter Kontrolle, ist der erste der weg ist wenn er meint das Gefahr droht, aber er lässt uns in Ruhe.

26. Mrz 2011

Der krähende Igor Teil 2 & Sinneswandel

Es war ein Knäuel aus Hund und Gockel. Einerseits konnte ich Charly verstehen, aber es ging auf keinen Fall, dass ich dastand und zusah wie Charly Igor fertig machte.

Ich sagte Charly das er auslassen sollte, beim vierten mal registrierte er das ich ihn damit meinte. Gut, ich war ein bisschen lauter, im Ort 500 m weiter wussten sie nun auch, dass ich wollte das Charly den Gockel ausspucken sollte.

Er sah mich an, man konnte direkt sehen wie er hin und her gerissen war, ob er weiterraufen oder den doofen Vogel auslassen sollte. Er ließ ihn fallen, dass darf man wörtlich nehmen. Igor plumpste auf den Boden und ich dachte er wäre hin. Ein Irrtum, er rappelte sich auf, schüttelte seine Federn, jedenfalls die die ihm noch geblieben sind. Er war ziemlich voll gesabbert und gut gerupft.

Während Igor versuchte seine verbliebenen Federn zu sortieren, war Charly damit beschäftigt die anderen auszuspucken, was anscheinend nicht so einfach war.

Gut, das war genug Action für heute, dachte ich. Das sah Igor anders, er sortierte nicht länger Federn, sondern machte sich groß, flatterte mit den Flügeln, krähte und ging wieder in Angriffstellung.

„Du hast sie doch nicht mehr alle! An deiner Stelle wäre ich vorsichtig, du bist sowieso fast bratfertig. Nur einen Schritt und du liegst heute Abend im Backofen!“ schnauzte ich ihn an.

Charly stellte sich neben mich und knurrte. Er beschloss sich zu verziehen. Vermutlich hatte er keine Lust auf ein knuspriges Abenteuer. Er suchte sich lieber ein einfacheres Opfer.

Dirk.

Der war damals gerade 6 Jahre alt.

24. Mrz 2011

Der krähende Igor

Irgendwann kamen wir auf die Idee uns Hühner anzuschaffen. Zu den Hühnern kam noch ein Zwerggockel, wir nannten ihn Igor. Es waren unsere ersten Hühner und mit jungen Gockeln hatte ich noch überhaupt keine Erfahrung. Selbstverständlich hatte ich mir ein Buch besorgt, indem alles über die Haltung von Geflügel steht, aber es gab kein Kapitel über die Stimmbruchphase von Gockel. Ich werde wohl mal ein Buch schreiben „Gockel für Anfänger“.

Erst ging es damit los, dass ich draußen immer wieder eine Tür quietschen hörte und das obwohl ich allein am Hof war. Noch merkwürdiger war das die Türen  geschlossen waren, wie konnten die dann quietschen? Ich fing schon an meinem Verstand zu zweifeln, aber diese Option gefiel mir überhaupt nicht, also verfolgte ich lieber den Quietschton. Und ich fand die Ursache, es war Igor mit seinen ersten Krähversuchen. Es klang fürchterlich, da musste noch viel geübt werden. Die nächsten male rannte ich ins Haus, in der Annahme eins der Kinder schreit wie am Spieß, Dirk sah mich schon misstrauisch an, als hätte ich einen Dachschaden. Diesmal verfolgte ich gleich Igor, diese entsetzlichen Geräusche kamen natürlich von ihm. Ich fing an daran zu zweifeln ob er das krähen jemals hinbekommt.

Nach weiteren haarsträubenden Krähversuchen, bei denen ich heilfroh war das die Stallwände zu dick waren um ihn im Haus noch zu hören, es hätte einem in der Früh schon die Zehnägel aufgerollt, gelang es ihm doch noch.

Bis dahin war er ein netter kleiner Gockel, die Betonung liegt bei war.

Dann änderte er sich, er wurde zu einem boshaften kleinen Ekel. Ständig lauerte er einem auf und hackte von hinten in die Beine. Egal ob Mensch oder Tier. Die Katzen machten einen großen Bogen um ihn.

Ich halte normalerweise nichts davon mit Brachialgewalt auf Tiere loszugehen aber irgendwann erwischte er bei mir einen besonders schlechten Tag. Da rannte ich nicht hinter ihm her um ihn zu verscheuchen, sondern griff mir den Stallbesen, holte aus und kickte ihn weg. Beinahe hätte ich ein schlechtes Gewissen bekommen, es war wirklich ein Volltreffer und er landete äußerst unsanft. Aber er schüttelte sich nur kurz und lief schon wieder kampflustig in meine Richtung. Na gut, ich war bereit, aber er überlegte es angesichts meines Besens anders. Nicht das er sich dann von mir ferngehalten hätte. Ständig musste man dieses kleine Biest im Auge behalten. Igor machte natürlich auch vor den Hunden nicht halt, die hatten aber striktes Verbot das Geflügel anzurühren, so drohten sie nur oder schnappten nach ihm, taten aber nichts weiter. Während die anderen Hunde den Gockel mieden, dachte Charly nicht daran ihm aus dem Weg zu gehen, er ist und bleibt nun mal ein Sturkopf. Und dann hatten wir wieder einmal Vollmond, da entwickelt sich Charly zum Monster. Er hat nur üble Laune, knurrt alle an und fängt eine Rauferei nach anderen mit Timmy an. An so einem Tag griff Igor Charly an. Und die beiden fingen das raufen an, so was muss man gesehen haben um das zu glauben. Es ging zu wie einem Comic.

18. Mrz 2011

Charly (Rasputin) und die Pferde Teil 2

Nicht das Charly Sammy jetzt in Ruhe gelassen hätte, nein er hatte sich vorgenommen seinen Erzfeind zu besiegen.

Und so kam es wie es kommen musste. Charly fegte wie üblich Sammy am laufenden Band an, ich jagte ihn zwar immer wieder weg, da ich schon bemerkt hatte das Sammy total übel gelaunt war, aber er wartete bis ich nicht mehr schaute und schlich sich wieder zu Sammy.

Charly hatte sich gemerkt das Sammy hinten ausdrosch und ihn auf der Koppel jagte. Also ging er hinten nicht mehr so nah ran und auf der Koppel hielt einen großen Abstand und blieb möglichst nahe am Zaun. Er hatte auch sehr wohl bemerkt das Sammy ihn im Stall nicht richtig verfolgen konnte, dort hatte er entschieden zu viele Fluchtmöglichkeiten und wenn er sich nur hinter mich stellte. Was ich nebenbei bemerkt ziemlich doof finde, ich kann mich nicht dafür begeistern eine wütende 600 kg Wumme zum stoppen zu bringen. Es ist so als würde man einen D-Zug zum anhalten bringen. Er bleibt zwar einige Zentimeter vor mir stehen aber dann schnaubt er grundsätzlich restlos verärgert heftig durch seine Nüstern und ich muss mir dann den feuchten Inhalt aus dem Gesicht wischen. Irgendwo hat meine Tierliebe auch seine Grenzen.

Nun, wie dem auch sei, Charly hatte sich vorgenommen Sammy in die Nase zu zwicken. Doch plötzlich sprang Sammy auf ihn zu und schlug mit den Vorderhufen nach ihm, darauf war Charly nicht gefasst, dass war neu. Der Huf traf ihn mitten im Gesicht. Charly schrie gleichzeitig mit mir auf und rannte ins Haus. Das konnte nicht gut gegangen sein, ich lief hinter ihm her um ihn mir anzusehen. Er hatte eine üble Platzwunde neben seinem Auge, ich machte mir aber noch mehr Sorgen um seinen Kopf, es war schließlich ein Volltreffer. Also wieder einmal zum Tierarzt. Charly hatte wie immer Glück, soweit fehlte ihm nichts. Er war ein paar Tage ruhiger, da er Kopfschmerzen hatte und sein Auge heilte auch wieder. Nur ein paar Millimeter mehr und er hätte es verloren.

Natürlich lernte Charly nicht daraus, wenn er sich etwas in den Kopf gesetzt hat dann soll es auch so sein.

Nach einigen Tagen Ruhe nahm er seinen Feldzug gegen Sammy wieder auf. Inzwischen bin ich schon fast davon überzeugt, dass man Charly mit einem Panzer überfahren könnte, ohne dass er einen größeren Schaden davon tragen würde. Ich sollte ihn vielleicht umtaufen in Rasputin.

15. Mrz 2011

Charly und die Pferde Teil 1

Schecken sind ganz böse Pferde und stehen auf seiner Feindeliste jetzt ganz oben. Er ging von da ab auf jeden Schecken los den er sah, aber nicht mehr von hinten sondern von vorn. Und Sammy schikanierte er wann immer er konnte. Der nächste Zusammenstoß war absehbar.

Wir waren auf der Koppel und Charly rannte schon eine ganze Weile bellend um Sammy herum der wiederum ständig nach ihm ausschlug. Da Charly aber nicht nah genug an ihn herankam, erwischte er Charly nicht und das merkte Sammy irgendwann. Also änderte er seine Taktik. Er rannte plötzlich auf Charly zu. Der stutzte einen Augenblick, erkannte dass es brenzlig wird und raste los. Charly ist sehr schnell und wendiger als Sammy also beobachtete ich das ganze erst amüsiert. Ich war mir ganz sicher dass Charly einen Haken nach links oder rechts schlagen und unter den Zaun durchschlüpfen würde. Das wäre der kürzeste Weg gewesen. Aber das tat Charly nicht, er lief geradeaus weiter und da war es bis zum Zaun noch ein weiter Weg. Sammy bekam immer mehr Tempo und der Abstand verringerte sich. Das registrierte Charly auch und legte noch einmal einen Zahn zu, aber Sammy holte trotzdem auf. Charly kniff seinen Schwanz zwischen die Beine (jetzt war der Abstand wieder einen kleinen Tick größer), er fand das nun nicht mehr lustig. Er fing das jaulen an und rannte  als wäre der Leibhaftige hinter ihm her, nun ja ein großer Unterschied war da ja auch nicht mehr. Charlys Hinterbeine überholten ihn schon fast, er spürte das Sammy schon dicht hinter ihm war, verzweifelt versuchte er sein Hinterteil einzuziehen. Ich fand es unglaublich dass man so noch laufen konnte, es sah aus als ob sein Hinterteil neben ihm herrennen würde. Es waren nur noch einige Meter bis zum Zaun. Sammy machte nicht annährend den Eindruck als hätte er vor zu bremsen, ich glaube er wollte nur noch Charly an den Kragen. Ich sah die beiden schon im vollen Speed durch den Zaun brechen. Charly flog förmlich unter den Zaun durch und Sammy legte einen perfekten Stopp mit einer 180° Grad Drehung hin. Ich war beeindruckt, vielleicht sollten wir doch die Ausbildung im Westernreiten erweitern.

Charly blieb einige Meter vom Zaun entfernt stehen, nun in Sicherheit fing er sofort wieder das bellen an. Zumindest so was ähnliches, was man halt dann noch so rausbringt zwischen dem Japsen.

15. Feb 2011

Kochen will gelernt sein Teil 2

Irgendwann kam meine Mutter. Sie setzte sich an den Tisch und wartete auf ihr Essen. Die erste Bemerkung war: „Ach es gibt Kartoffelsuppe, ich dachte du wolltest Kartoffelbrei machen?“

„Ständig hast du was zu meckern, was kann ich dafür wenn der Schmarrn nicht dick wird!“ ging ich auf.

„Dann hast du zuviel Milch genommen“ belehrte sie mich.

„Das kann gar nicht sein, ich habe mich ganz genau an Rezept gehalten und ganz genau die Menge die drin stand rein getan“ fuhr ich sie an.

„Man kann sich nicht genau an ein Rezept halten“  fing sie wieder an.

„Du hast doch überhaupt keine Ahnung vom kochen“ motzte ich „wozu braucht man dann ein Rezept wenn man sich nicht daran halten kann!“

Sie gab auf und ich ihr die Fleischpflanzerl auf den Teller. Die waren durch das Gezanke inzwischen etwas sehr knusprig. Meine Laune war im Keller.

„Die sind aber schon etwas dunkel“ machte sie weiter.

„Da bist du Schuld, du hast mich abgelenkt“ ich klatschte ihr den Kartoffelbrei(suppe) dazu.

„Mach doch den Teller nicht so voll, man gibt nie soviel auf den Teller, wie sieht den das aus!“

Ich war kurz vorm explodieren.

Etwas unsanft stellte ich ihr den Teller hin.

„Siehst du, ich habe doch gesagt er ist zu voll, jetzt ist die Hälfte auf dem Tisch!“

„Wenn’s peng macht, war ich das!“ fauchte ich sie an.

Sie fing an zu essen. „Die Fleischpflanzerl sind zwar verbrannt aber nicht gewürzt, du hast wohl vergessen sie zu würzen“.

Das war zuviel, ich riss ihr den Teller weg. „Ich habe genau so gewürzt wie es im Rezept stand und ich kann nichts dafür wenn meine Lehrerin alles falsch aufschreibt!“ tobte ich und schmiss das Essen in den Mülleimer.

„Was machst du da, mit etwas Fantasie hätte man es doch noch essen können!“ rief meine Mutter.

Ich würdigte ihr keinen Blick mehr und nahm mir fest vor nie wieder zu kochen.

Und ich gab meinem Bruder recht. Er sagte mal unserer Mutter, dass sie keine Ahnung von Kindererziehung hätte. Das war als er anfing Psychologie zu studieren. 

Gut, er auch nicht. Ich muss es wissen, ich war in dieser Zeit sein Opfer.

10. Feb 2011

Kochen will gelernt sein Teil 1

Als Teenager hat man es nun wirklich nicht leicht. Diese Erwachsenen die so rein gar nichts kapieren und so unglaublich weltfremd sind. Sie haben von nichts Ahnung, müssen aber überall ihren Senf dazugeben.

Als ich in der Schule das Kochen lernte, wollte ich das natürlich zu Hause ausprobieren. Ich hatte noch gar nicht richtig angefangen, da stand meine Mutter schon Gewehr bei Fuß und fing an mir zu erklären was ich anders machen soll. Stell die Temperatur nicht so hoch sonst spritzt es, warum spülst du das was du nicht mehr brauchst sofort ab, weshalb nimmst du jedes Mal neues Besteck usw. usw. Wie soll man da kochen? Ich schickte meine Mutter zum Spazierengehen, während ich selbstgemachten Kartoffelbrei und Fleischpflanzerl zubereiten wollte. Ich hätte mit meiner Mutter vorher die Vereinbarung treffen sollen, dass sie das was ich fabrizierte einfach kommentarlos isst und sich dann anschließend, zwecks Motivierung, lobend äußert. Ich fing das kochen an, dabei hielt ich mich ganz genau an das Rezept und da stand ganz genau drin wie viel Milch ich zu den Kartoffeln geben musste. Es stand auch die genaue Menge der Gewürze für die Fleischpflanzerl drin. Der Kartoffelbrei regte mich als erstes auf, es wurde kein Brei.

7. Feb 2011

Charly der Schokoladendieb Teil 3

Charly hatte uns bewiesen, dass er bei Schokolade, Alkohol, Plastik und einer ungeheuren Menge Fett nicht drauf ging. Man sollte meinen das würde reichen, aber nicht unser Charly. Er wollte  anscheinend selbst wissen wie weit er gehen kann, also legte er sich mit den Pferden an. Genauer gesagt mit Sammy, der kann Hunde nicht ausstehen. Bei Rico und Bonny ist mir schon aufgefallen das er sofort die Ohren hinten hat wenn er sie nur sieht, aber von den beiden geht keiner auch nur in die Nähe eines Pferdes. Als er zur Ausbildung weg war, bekam er Gelegenheit uns zu zeigen, dass er Hunde für überflüssig hielt. Er packte einen Schäferhund der an ihm, ohne zu bellen oder ihn auch nur anzuschauen, vorbeilief und schleuderte ihn durch die Luft. Er war mit einem Schlag das unbeliebteste Pferd im Stall, ich war die mit dem Monster und der Hunde hatte sein Vertrauen zu Pferden verloren. Die nächste Aktion hatte dann die Bereiterin. Nach einem Geländeritt klärte sie mich auf. Er geht wirklich gut unter dem Sattel, wobei er allerdings immer drauf achtet etwas zu finden vor dem man erschrecken kann. Er lässt sich aber sehr gut unter Kontrolle zu bringen, solange kein Hund kommt. Da wird er zum Killer. Er hat einen Hund gesehen und nahm die Verfolgung auf und es dauerte eine ganze Weile bis er sich durchparieren ließ.

Die Vorstellung wie ich mit ihm und Bonny Ausritte unternahm verwarf ich dann erst mal. Ich sah mich Warnmeldungen durchgeben das ich vorhabe mit ihm auszureiten und die Leute schon mal ihre Hunde in Sicherheit bringen können.

Nun Charly war gerade dabei sich die Stellung des Hofchefs zu sichern. Er verlangte dass alle Tiere sich ihm unterordneten. Da macht er auch vor Sammy nicht halt.

Ich war beim ausmisten und wollte das Sammy zur Seite ging, was er aber nicht sofort tat, da rannte Charly zu ihm und bellte ihn an. Sammy legte seine Ohren an und sprang auf ihn zu, dass war in Charly Augen unerhört. Er lief hinter Sammy und zwickte in seine Beine. Der Schlag war heftig. Charly jaulte auf und rannte zum Haus. Ich hinterher, ich war mir sicher das er im Schock läuft, sich aber bestimmt was gebrochen hatte und gleich zusammenklappt. Er zitterte am ganzen Körper, aber als ich ihn abtastete konnte ich nichts feststellen und als er sich wieder beruhigt hatte lief er ganz normal.

Na, dachte ich, dass war ihm eine Lehre, der wird es sich überlegen noch mal ein Pferd zu zwicken. Er ging auch den restlichen Tag nicht mehr in den Stall.

Und er hatte daraus gelernt.

1. Feb 2011

Charly der Schokoladendieb Teil 2

„Wie hat der Hund die Dinger bloß ausgepackt?“ rätselte ich.

„Da war keine Folie. Es lag nur die leere Schachtel auf dem Boden“ antwortete Julie.

Ich rannte zum Telefon und rief den Tierarzt an. Ich war mir sicher, dass der stockbesoffene Hund sofort operiert werden müsste, bei der ganzen Folie die er verschluckt hatte. Er wollte wissen wann er das Zeug gefressen hat und als er hörte das es schon ein paar Stunden her sein musste, meinte er: „da er noch lebt hat er Glück gehabt, wenn ich mir das putzen sparen möchte, soll ich ihn draußen lassen bis alles auf dem üblichen Weg wieder raus ist.“

Na ja.

Ich ging nach draußen um zu sehn was Charly treibt. Er versuchte verzweifelt sich hinzuhocken, aber er fiel entweder auf seinen Po oder kippte nach vorn auf die Schnauze. Aber Charly wäre nicht Charly, selbst im Vollrausch kommt er auf Ideen. Er schwankte zum Telefonmasten und lehnte sich wieder an. Es funktionierte. Sein Weg zurück zum Haus war  sehr abenteuerlich, aber er ist ja hart im nehmen. Jede Hilfe wies er knurrend zurück, also ließ ich ihn in Ruhe. Wer nicht will der hat schon. Seine  Laune verschlechterte sich mit jedem Sturz. Charly verschwand in seinen Hundekorb und wollte von niemanden etwas wissen. Er knurrte in einer Tour und wehe es näherte sich einer der anderen Hunde dann zeigte er seine Zähne, man konnte sie wirklich alle sehn.

Am nächsten Morgen hatte Charly einen gehörigen Kater. Bei jedem Geräusch zuckte er zusammen und Hunger hatte er auch keinen.  Mein Mitleid machte gerade einen längeren Ausflug. Es waren schließlich meine Mon Cherry die er gefressen hat.

Nachdem Charly die Alkoholikerphase hinter sich hatte, probierte er aus wie er Fett verträgt. Julie reinigte die Friteuse und schüttete das alte Fett in eine Schüssel. Ich erklärte ihm, dass er unter keinen Umständen die Schüssel in der Küche stehen lassen durfte, da sich sonst die Tiere darüber hermachten. Was machte die Ausgeburt der Intelligenz? Er stellte die Schüssel vor die Haustür. Auf den Boden.

Ich wollte in den Stall, sah beim rausgehen die leere Schüssel und war schon wieder genervt. Ich nahm an das er das fest gewordene Fett entsorgt hatte und zu faul war die Schüssel wegzuräumen. Ich rief ihn und sagte ihm dass er die Schüssel aufräumen soll, außerdem wollte ich wissen wo das Fett gelandet ist.

„Das ist in der Schüssel“ antwortete er.

„Nö, da ist es nicht. Soll das heißen du hast das Zeug einfach auf den Boden gestellt?“ fragte ich entsetzt. Charly war draußen, es war klar wo das Fett ist.

„Na, dann weißt du was du heute zu tun hast. Der bekommt irgendwann einen fürchterlichen Durchfall und du sorgst dafür, dass er rechtzeitig den Weg nach draußen findet und wenn du die ganze Nacht unterwegs bist.

Es wurde eine kurze Nacht für Julie.