Archiv für die Kategorie „Abenteuer in Bayern“

22. Jun 2011

Hunde bei Vollmond -Ende

„Denk gar nicht dran. Wenn du nach mir schnappst, schmeiß ich dich an die Hauswand“ drohte ich ihm. Vorsichtig setzte ich ihn wieder auf den Boden, hielt ihn aber am Nackenfell fest und schleifte ihn zum Haus. Er tobte immer noch und würde sich auch nicht so schnell beruhigen. Timmy hatte sich nicht an die von Charly aufgestellt Regel gehalten. Charly war derjenige der Angriff, Timmy durfte sich lediglich wehren, mehr aber auch nicht. Wie konnte er es also wagen Charly zu attackieren, wenn der mit dem Kopf nach unten über den Boden schwebte.

Ich sorgte dafür, dass sich die Hunde bis zum nächsten Morgen nicht mehr begegneten. Außerdem beschloss ich, mir niemals einen Hund anzuschaffen der mehr als 20 kg wiegt. Eher weniger, man wird ja schließlich nicht jünger.

Und ich wollte auch endgültig nie wieder mehr als 2 Hunde und ich war mir sicher, dass, wenn eines Tages nur noch Charly da sein sollte, auf jeden Fall eine Hündin ins Haus kommt, da gab es gar nichts zu diskutieren. In diesem Punkt würde ich unter gar keinen Umständen mit mir Reden lassen. Charly wird sich nie ändern, im Gegenteil der wird eher ein noch grantigerer Rentner der schon in die Luft geht weil eins der Tiere verkehrt schnauft.

Ich Ahnungslose.

30. Mai 2011

Hunde bei Vollmond -Teil 2

Wir hatten wieder Vollmond und Charly war, wie üblich, giftig ohne Ende. Da kam Christa. Es ist nun mal Charlys Christa, sie teilt er schon mit keinem anderen Hund wenn er gut gelaunt ist.

Christa ging in unsere Sattelkammer und Charly hinterher um sie ausgiebig zu begrüßen. Timmy hatte Christa aber auch gesehen und er weiß, dass sie manchmal Brot für die Hühner dabei hat und es ihm immer wieder gelingt davon was zu klauen. Also folgte er ihr auch in die Sattelkammer. Und dann ging’s los. Die Sattelkammer ist nicht sehr groß, die Hunde rauften sich genau vor der Tür und Christa konnte weder vorbei noch groß ausweichen.

Jetzt war es soweit, ich konnte den Wassertipp ausprobieren. Das mit dem Gartenschlauch ging zwar nicht, dazu war der Schlauch zu kurz aber wir haben ja genügend Eimer.

„Warte, ich komm gleich wieder!“ rief ich Christa sinnigerweise zu.

„Ja, wo soll ich den hin! Schick dich!“ antwortete sie mit besorgter Stimme. Sie schien sich irgendwie nicht so wohl zu fühlen.

Aber sie hatte eh Glück, ich musste die Eimer nicht erst groß auffüllen. In den Trögen war noch genügend Regenwasser. Ich griff mir einen Eimer machte ihn voll, lief zu den Hunden zurück und pfefferte das Wasser zwischen sie.

Für alle die es ausprobieren wollen. Es klappt nicht!

Außer vielleicht, wenn man es schafft eine ganze Ladung Wasser mitten ins Maul zu schütten, hier kann ich mir vorstellen das zumindest dieser Hund das beißen unterbricht weil er mit ertrinken beschäftigt ist. Der andere hört dann evtl. auch auf weil er sich wundert was mit seinem Kampfpartner los ist.

Meine beiden ließen sich nicht für einen Bruchteil einer Sekunde aus dem Konzept bringen, sie rauften unbeirrt weiter. Also gut, die altbewährte Methode, Charly schnappen. Doch das ging diesmal nicht. An dem Tag war Timmy auch wütend und er biss wild zurück. Nun war ich doch etwas irritiert, wie sollte ich sie schnell auseinander bringen? Christas Nerven lagen inzwischen leicht blank.

Na ja, dachte ich mir, wenn ich ihn vorne nicht halten kann, dann eben hinten. Ich schnappte ihn an den Hinterpfoten und zog ihn raus. Ja toll, was war das denn, sie ließen sich nicht los. Ich packte Charlys um die Hüfte und hob ihn hoch. Er ließ immer los wenn er keinen Bodenkontakt mehr hatte. Ja er schon, aber Timmy nicht.

„Ja bist du narrisch, hörst du auf!“ schnauzte ich Timmy an. Ich hielt Charly immer noch hoch und allmählich wurde er schwer. Gut, Timmy hörte auf. Aber das half mir trotzdem nicht weiter, Charly war außer sich vor Wut. Ich wusste, dass er auf Timmy wie eine Furie losgehen würde wenn ich den ausließ. Während ich mir noch überlegte wie ich die Situation in den Griff  bekommen sollte, drehte sich Charly zu mir um. Er erinnerte mich an diese beweglichen Plastikschlangen die es früher einmal gab. Als kleines Mädchen hatte mir mein Vater so eine Schlange geschenkt als wir im Tierpark waren.

23. Mai 2011

Hunde bei Vollmond -Teil 1

War allerdings da noch der Vollmond, hier mutiert Charly zum Monster. Keiner von uns wäre erstaunt wenn er sich auf einmal in einen Werwolf verwandeln würde. Das Aggressionspotential ist schon mal herausragend vorhanden. In dieser Zeit wacht Charly früh auf und alles was bei drei nicht aus dem Weg ist, wird angegriffen. Er brummt sogar uns an. Aus sicherer Entfernung.

An solchen Tagen, besser gesagt Abenden (es ist fast immer am Abend), geht es bei den Raufereien richtig zur Sache. Aber auch da sind wir ein eingespieltes Team, dann muss es nämlich schnell gehen. Ich stürze mich auf Charly, Erik reißt die nächste Tür die nach draußen geht auf. Während ich Charly rauswerfe, greift sich Dirk Timmy (an diesen Tagen hört der dann nämlich auch nicht auf), ich schmeiße die Tür zu und Erik holt schon mal Desinfektionsmittel. Haben sich alle so einigermaßen beruhigt folgt die Schadensbegutachtung, gegebenenfalls Wundversorgung mit einer gehörigen Portion Strafpredigt und anschließendem Hundekorbarrest.  Lassen sie sich ihren Blödsinn in der Küche einfallen wenn ich gerade am Kochen bin, schleichen sie vermutlich mit gewaltigem Ohrenrauschen in ihre Körbe wenn ich mit ihnen fertig bin.

Ja, da kann ich schon mal lästig werden.

Sie können sich meinen Spott am nächsten Tag absolut sicher sein, wenn sie als Hinkelottaduo durch die Gegend humpeln.

Unsere Streithammel hatten sich am Abend zuvor mal wieder geprügelt. Eine Prügelei der heftigeren Sorte was glücklicherweise seltener vorkommt. Als ich Früh die Hunde rauslassen wollte, lagen beide noch in ihren Körben. Sie starrten sich an, knurrten, sprangen plötzlich wie von der Tarantel gestochen auf und rannten zur Treppe, jeder wollte der erste sein. Tja, nur blöd wenn man sich gegenseitig die Pfoten anknabbert und dann nicht mehr dran denkt. Sie purzelten flott die Treppe runter.

„Ist es euch wieder eingefallen? Jeder von Euch hat ein kaputtes Bein! Ihr könnt nicht richtig laufen, ihr habt jetzt nämlich Schmerzen“ erinnerte ich sie „aber ihr könnt euch ja gegenseitig stützen“. Bei dem einen war es das linke und bei dem anderen das rechte Bein.

Das kam für die beiden schon mal gleich gar nicht in Frage. Sie rappelten sich auf und hüpften, sorgfältig darauf achtend die jeweilige ramponierte Pfote nicht zu belasten, die restlichen Treppen abwärts. Und trotzdem konnten sie es nicht lassen sich knurrend wegzudrängeln. Es sah fast so aus als würden sie versuchen sich gegenseitig von der Treppe zu schuppsen.

Wieder einmal fragte ich mich, wo eigentlich der Unterschied zwischen den Hunden und den Kindern ist.

Man hört ja immer wieder, dass man raufende Hunde angeblich mit einem Eimer Wasser oder den Gartenschlauch auseinander bringt. Ich wollte das schon immer einmal ausprobieren, konnte mich aber nie dazu aufraffen. Der Gedanke hinterher alles wieder aufwischen zu müssen war zu abschreckend. Könnte natürlich auch sein das Timmy und Charly von diesem Tipp auch gehört haben und deshalb beschlossen haben „Nö, streiten nur im Haus“.

Aber eines Tages bekam ich die Gelegenheit.

17. Mai 2011

Was macht schon ein Hund mehr oder auch zwei ? Teil 3

Ein paar Wochen war tatsächlich Ruhe und dann gingen die Raufereien wieder los, lediglich nicht mehr so heftig.

Also hatte ich für die Zukunft die Wahl bei jeder Rauferei die Krise zu bekommen oder mich daran zu gewöhnen und mir Taktiken auszudenken wie man die zwei am schnellsten wieder auseinander bringt.

Das mit der Krise ist nicht mein Ding.

Von klein auf wurde mir eingeschärft, dass man nie zwischen zwei beißende Hunde langt. Also versuchte ich, sie mit einem Besen auseinander zu hebeln, nach zwei verbogenen Besenstielen fand ich das doof. Mit dem Stuhl klappte es auch nicht, weil sie immer nie an einer Stelle blieben oder warteten bis ich den Stuhl in der richtigen Position hatte (meinen Befehl „haltet doch mal still“ nahmen sie einfach nicht zur Kenntnis), dass war nervig.

Nachdem Charly in der Regel beim Kampf oben ist und geeignetes Nackenfell hat (von dem ist zum festhalten genügend vorhanden)  und Timmy grundsätzlich gar nicht raufen würde, schickte ich die Warnung meiner Mutter in die Wüste. Ich schnappe Charly am Nackenfell, ziehe ihn weg und schmeiß ihn raus bis er sich wieder beruhigt.

Wenn man das oft genug macht, wird es Routine. Zumindest für die Jungs und mich. Fangen die beiden in der Nähe der Terrassentür Krieg an, unterbreche ich inzwischen nicht einmal das Gespräch, während ich die Hunde trenne. Wenn allerdings Besuch da ist, rede irgendwie nur noch ich, der Besuch ist damit beschäftigt seine Nerven wieder in den Griff zu bekommen. Der erste Satz der wieder über deren Lippen kommt, lautet in der Regel „Wie kannst du nur so ruhig bleiben?!“

Wie gesagt, Alltag, reine Routine.

Meistens sind es bei den beiden ohnehin nur lautstarke Auseinandersetzungen die zwar fürchterlich aussehen (man könnte meinen sie reißen sich in Stücke), aber außer das Charly versucht das Fell von Timmy wieder aus dem Maul zu bekommen, passiert nichts ernstes.

Meistens.

9. Mai 2011

Was macht schon ein Hund mehr oder auch zwei ? Teil 4

War allerdings da noch der Vollmond, hier mutiert Charly zum Monster. Keiner von uns wäre erstaunt wenn er sich auf einmal in einen Werwolf verwandeln würde. Das Aggressionspotential ist schon mal herausragend vorhanden. In dieser Zeit wacht Charly früh auf und alles was bei drei nicht aus dem Weg ist, wird angegriffen. Er brummt sogar uns an. Aus sicherer Entfernung.

An solchen Tagen, besser gesagt Abenden (es ist fast immer am Abend), geht es bei den Raufereien richtig zur Sache. Aber auch da sind wir ein eingespieltes Team, dann muss es nämlich schnell gehen. Ich stürze mich auf Charly, Erik reißt die nächste Tür die nach draußen geht auf. Während ich Charly rauswerfe, greift sich Dirk Timmy (an diesen Tagen hört der dann nämlich auch nicht auf), ich schmeiße die Tür zu und Erik holt schon mal Desinfektionsmittel. Haben sich alle so einigermaßen beruhigt folgt die Schadensbegutachtung, gegebenenfalls Wundversorgung mit einer gehörigen Portion Strafpredigt und anschließendem Hundekorbarrest.  Lassen sie sich ihren Blödsinn in der Küche einfallen wenn ich gerade am Kochen bin, schleichen sie vermutlich mit gewaltigem Ohrenrauschen in ihre Körbe wenn ich mit ihnen fertig bin.

Ja, da kann ich schon mal lästig werden.

Sie können sich meinen Spott am nächsten Tag absolut sicher sein, wenn sie als Hinkelottaduo durch die Gegend humpeln.

Unsere Streithammel hatten sich am Abend zuvor mal wieder geprügelt. Eine Prügelei der heftigeren Sorte was glücklicherweise seltener vorkommt. Als ich Früh die Hunde rauslassen wollte, lagen beide noch in ihren Körben. Sie starrten sich an, knurrten, sprangen plötzlich wie von der Tarantel gestochen auf und rannten zur Treppe, jeder wollte der erste sein. Tja, nur blöd wenn man sich gegenseitig die Pfoten anknabbert und dann nicht mehr dran denkt. Sie purzelten flott die Treppe runter.

„Ist es euch wieder eingefallen? Jeder von Euch hat ein kaputtes Bein! Ihr könnt nicht richtig laufen, ihr habt jetzt nämlich Schmerzen“ erinnerte ich sie „aber ihr könnt euch ja gegenseitig stützen“. Bei dem einen war es das linke und bei dem anderen das rechte Bein.

Das kam für die beiden schon mal gleich gar nicht in Frage. Sie rappelten sich auf und hüpften, sorgfältig darauf achtend die jeweilige ramponierte Pfote nicht zu belasten, die restlichen Treppen abwärts. Und trotzdem konnten sie es nicht lassen sich knurrend wegzudrängeln. Es sah fast so aus als würden sie versuchen sich gegenseitig von der Treppe zu schuppsen.

Wieder einmal fragte ich mich, wo eigentlich der Unterschied zwischen den Hunden und den Kindern ist.

Man hört ja immer wieder, dass man raufende Hunde angeblich mit einem Eimer Wasser oder den Gartenschlauch auseinander bringt. Ich wollte das schon immer einmal ausprobieren, konnte mich aber nie dazu aufraffen. Der Gedanke hinterher alles wieder aufwischen zu müssen war zu abschreckend. Könnte natürlich auch sein das Timmy und Charly von diesem Tipp auch gehört haben und deshalb beschlossen haben „Nö, streiten nur im Haus“.

Aber eines Tages bekam ich die Gelegenheit.

29. Apr 2011

Charly der Schauspieler 2

„Ich glaub das du spinnst, du bist doch eben noch normal gelaufen!“

So das hatte ich davon, jetzt ging er nur noch auf drei Beinen. Dazu setzte er auch noch diesen Blick auf, der aussagte was für ein fürchterlicher Tierquäler man ist. Er drehte sich übertrieben qualvoll um und humpelte weiter zum Haus. An den ersten Stufen drehte er sich zu mir um, mit extrem leidenden Blick, und erwartete dass ich ihn hochhob.

„Und von was träumst du in der Nacht? Deine Pfote ist nicht so kaputt.“

Er schnaubte unwillig und kletterte umständlich die wenigen Stufen hoch. Natürlich vergaß er seinen vernichtenden Blick dabei nicht, damit ich mich auch wirklich schlecht fühle. Den Gefallen tat ich ihm jetzt aber nicht.

Charly blieb dabei, er war schwer verletzt. Immer wieder hielt er mir die Pfote hin, ich untersuchte sie auch jedes Mal genau. Ich drückte sie ab, drehte sie in alle Richtungen ohne das er auch nur einmal annähernd gefiept hätte. Für mich stand fest das er, wie schon des öfteren, wieder einmal markierte. Ich war mir eigentlich sicher, dass er am nächsten Tag, wie üblich, ganz normal laufen würde.  Tat er aber nicht, er humpelte weiter, wobei er sorgsam darauf achtete besonders stark zu lahmen wenn man ihn dabei beobachtete.

Wir waren gerade auf der Terrasse als Christa kam, wie immer wollte er postwendend zu ihr. Nachdem ich aber nicht sofort zur Tür hechtete um in raus zu lassen, dauerte es ihm zu lang und er sprang über den Zaun. Soviel zu seiner auf schwerste verletzte Pfote. Der Zaun war hoch und ging auf der anderen Seite noch etwas tiefer hinunter. Auf der anderen Seite des Zauns fiel ihm wieder ein dass er doch seine Pfote kaputt war. Augenblicklich zog er die Pfote hoch, hinkte auf 3 Pfoten zur Christa, setzte sich vor sie und hielt ihr die Pfote hin. Sie bemitleidete ihn ausgiebig, nicht das sie ihm geglaubt hätte. So ging es den restlichen Tag weiter. Sobald sich einer blicken ließ, humpelte er hin und war leidend.

27. Apr 2011

Charly der Schauspieler 1

Charly ist ja nun wirklich kein vorsichtiger Hund und geht einem Kampf absolut nicht aus dem Weg, entsprechende Verletzungen hat er ja dann auch jedes Mal. Dann möchte er aber bemitleidet werden und zwar von jedem und das bitte ausführlich. Die meisten Verletzungen hat er am Ohr und an den Pfoten von den Beißereien mit Timmy. Immer pünktlich zum Vollmond und immer ist er derjenige der anfängt. Nur Timmy hat einfach längeres Fell und schnell rausgefunden das Charly am Ohr und den Pfoten am empfindlichsten ist. Das hilft ihm zwar nicht während der Rauferei aber Charly leidet hinterher länger. Und er leidet gründlich. Sobald jemand auf den Hof kommt humpelt er ganz fürchterlich auf denjenigen zu (die Treppen ist ein paar Minuten vorher aber recht flott runtergelaufen) setzt sich vor ihm hin und zeigt seine schmerzende Pfote. Hier muss man ihn dann mit mitfühlender Stimme und vielen Streicheleinheiten zeigen, dass er der ärmste aller armen Hunde ist. Macht man das nicht, wird man angestupst (eigentlich ist es eher ein Renner) und er fängt das Quietschen an.

Das er schauspielerische Fähigkeiten besitzt hat uns sehr häufig gezeigt, aber einmal übertraf er sich haushoch.

Charly war im Stall bei Christa, sie hatte Stalldienst. Er liebt sie über alles. Ich weiß immer sofort wenn sie auf den Hof fährt, bei den anderen schlägt er an, bei ihr flippt er aus und man muss ihn sofort raus lassen, da er sonst völlig hysterisch wird.

Während sie mit der Stallarbeit beschäftigt war legte er sich mit ihrem Haflinger Hafi an, er eifert auch bei ihr extrem. Hafi trat nach ihm und traf, allerdings nur leicht. Er quietschte zwar kurz auf aber das war’s. Eine ganze Weile später wollte ich ins Haus, Charly lief voraus und ich bildete mir ein dass er nicht ganz sauber ging. Ich war mir aber nicht sicher, wenn dann war es wirklich nur minimal. Trotzdem machte ich eine Bemerkung die ich wohl besser gelassen hätte, besser gesagt ich fragte ihn „Charly hast du was?“. Kaum hatte ich die Frage gestellt ging er stocklahm, dass konnte ja wohl nicht sein.

30. Mrz 2011

Igor vs. Habicht & kann ein Hahn Karate ?

Dirk wollte in den Stall zu seinem Pony. Er ging rein um kurz darauf wie vom wilden Affen gebissen, schreiend wieder raus zu rennen. Ich begriff erst gar nicht was los war. Ich sah ihn nur rennen, konnte aber den Grund nicht erkennen. Er rast aus mich zu. Für was trainierte er den? Sein Tempo war schon fast Olympiareif. Er schrie: „Tu ihn weg! Tu ihn weg!“

Ja wen den? Dirk lief plötzlich Schlangenlinien.

Da sah ich Igor hinter Dirk. Dirk pfiff an mir vorbei und ich sprang vor Igor. Er legte eine Vollbremsung hin. Neben mir stand Charly. Auf uns beide hatte er offensichtlich keine Lust.

So konnte das nicht weitergehen. Wir fingen an uns zu überlegen was wir mit ihm machen sollten.

Das Problem erledigte sich dann von selbst. Uns viel eines Tages auf das schon einige Zeit keiner von Igor angegriffen wurde. Dann stellten wir fest, dass ihn seit ein paar Stunden keiner mehr gesehen hatte. Er war wie vom Erdboden verschluckt.

Irgendwann bemerkten wir den Habicht.

Nach Igor hatten wir  erst mal eine Gockelpause. Wir überlegten uns, ob wir überhaupt noch mal einen Gockel anschaffen sollten.

Nachdem unsere Hühner konsequent den Zaun ihres Geheges ignorieren und überall umher laufen, viel uns nicht auf das eine der Hennen fehlte. Als sie wieder auftauchte hatte sie ihren Nachwuchs dabei.

Kurz, wir hatten wieder einen Gockel und der wurde größer als Igor. Nicht nur das, er wurde auch so ekelhaft. Er ließ lediglich die Hunde in Ruhe, dafür hackte er uns wann immer es ihm gelang von hinten in die Beine. Ich nahm grundsätzlich einen der Hunde mit, die dann hinter mir laufen mussten.

Dirk ging inzwischen in Karate. Er war mit mir draußen und der Gockel ließ nicht lange auf sich warten. Dirk sprang mit einem Kampfschrei auf den Gockel zu und machte ein paar seiner Karateübungen.

Der Gockel und ich schauten vermutlich ziemlich gleich dämlich. Aber der Gockel blieb zumindest stehen und fixierte Dirk, der machte unbeirrt weiter. Nach einer Weile beschloss er zu gehen. Vermutlich hatte er ernsthafte Bedenken das Dirk ansteckend sein könnte.

Auf jeden Fall ließ er ihn in Zukunft in Ruhe.

Aber wir konnten doch jetzt nicht jedes mal alle mit Kampfgeschrei und Karateübungen auf den Gockel losgehen.

Christa besorgte einen anderen Platz für ihn.

 Es ist wieder ein neuer Gockel da, diesmal ein braver. Er hat zwar seine Hennen absolut nicht unter Kontrolle, ist der erste der weg ist wenn er meint das Gefahr droht, aber er lässt uns in Ruhe.

26. Mrz 2011

Der krähende Igor Teil 2 & Sinneswandel

Es war ein Knäuel aus Hund und Gockel. Einerseits konnte ich Charly verstehen, aber es ging auf keinen Fall, dass ich dastand und zusah wie Charly Igor fertig machte.

Ich sagte Charly das er auslassen sollte, beim vierten mal registrierte er das ich ihn damit meinte. Gut, ich war ein bisschen lauter, im Ort 500 m weiter wussten sie nun auch, dass ich wollte das Charly den Gockel ausspucken sollte.

Er sah mich an, man konnte direkt sehen wie er hin und her gerissen war, ob er weiterraufen oder den doofen Vogel auslassen sollte. Er ließ ihn fallen, dass darf man wörtlich nehmen. Igor plumpste auf den Boden und ich dachte er wäre hin. Ein Irrtum, er rappelte sich auf, schüttelte seine Federn, jedenfalls die die ihm noch geblieben sind. Er war ziemlich voll gesabbert und gut gerupft.

Während Igor versuchte seine verbliebenen Federn zu sortieren, war Charly damit beschäftigt die anderen auszuspucken, was anscheinend nicht so einfach war.

Gut, das war genug Action für heute, dachte ich. Das sah Igor anders, er sortierte nicht länger Federn, sondern machte sich groß, flatterte mit den Flügeln, krähte und ging wieder in Angriffstellung.

„Du hast sie doch nicht mehr alle! An deiner Stelle wäre ich vorsichtig, du bist sowieso fast bratfertig. Nur einen Schritt und du liegst heute Abend im Backofen!“ schnauzte ich ihn an.

Charly stellte sich neben mich und knurrte. Er beschloss sich zu verziehen. Vermutlich hatte er keine Lust auf ein knuspriges Abenteuer. Er suchte sich lieber ein einfacheres Opfer.

Dirk.

Der war damals gerade 6 Jahre alt.

24. Mrz 2011

Der krähende Igor

Irgendwann kamen wir auf die Idee uns Hühner anzuschaffen. Zu den Hühnern kam noch ein Zwerggockel, wir nannten ihn Igor. Es waren unsere ersten Hühner und mit jungen Gockeln hatte ich noch überhaupt keine Erfahrung. Selbstverständlich hatte ich mir ein Buch besorgt, indem alles über die Haltung von Geflügel steht, aber es gab kein Kapitel über die Stimmbruchphase von Gockel. Ich werde wohl mal ein Buch schreiben „Gockel für Anfänger“.

Erst ging es damit los, dass ich draußen immer wieder eine Tür quietschen hörte und das obwohl ich allein am Hof war. Noch merkwürdiger war das die Türen  geschlossen waren, wie konnten die dann quietschen? Ich fing schon an meinem Verstand zu zweifeln, aber diese Option gefiel mir überhaupt nicht, also verfolgte ich lieber den Quietschton. Und ich fand die Ursache, es war Igor mit seinen ersten Krähversuchen. Es klang fürchterlich, da musste noch viel geübt werden. Die nächsten male rannte ich ins Haus, in der Annahme eins der Kinder schreit wie am Spieß, Dirk sah mich schon misstrauisch an, als hätte ich einen Dachschaden. Diesmal verfolgte ich gleich Igor, diese entsetzlichen Geräusche kamen natürlich von ihm. Ich fing an daran zu zweifeln ob er das krähen jemals hinbekommt.

Nach weiteren haarsträubenden Krähversuchen, bei denen ich heilfroh war das die Stallwände zu dick waren um ihn im Haus noch zu hören, es hätte einem in der Früh schon die Zehnägel aufgerollt, gelang es ihm doch noch.

Bis dahin war er ein netter kleiner Gockel, die Betonung liegt bei war.

Dann änderte er sich, er wurde zu einem boshaften kleinen Ekel. Ständig lauerte er einem auf und hackte von hinten in die Beine. Egal ob Mensch oder Tier. Die Katzen machten einen großen Bogen um ihn.

Ich halte normalerweise nichts davon mit Brachialgewalt auf Tiere loszugehen aber irgendwann erwischte er bei mir einen besonders schlechten Tag. Da rannte ich nicht hinter ihm her um ihn zu verscheuchen, sondern griff mir den Stallbesen, holte aus und kickte ihn weg. Beinahe hätte ich ein schlechtes Gewissen bekommen, es war wirklich ein Volltreffer und er landete äußerst unsanft. Aber er schüttelte sich nur kurz und lief schon wieder kampflustig in meine Richtung. Na gut, ich war bereit, aber er überlegte es angesichts meines Besens anders. Nicht das er sich dann von mir ferngehalten hätte. Ständig musste man dieses kleine Biest im Auge behalten. Igor machte natürlich auch vor den Hunden nicht halt, die hatten aber striktes Verbot das Geflügel anzurühren, so drohten sie nur oder schnappten nach ihm, taten aber nichts weiter. Während die anderen Hunde den Gockel mieden, dachte Charly nicht daran ihm aus dem Weg zu gehen, er ist und bleibt nun mal ein Sturkopf. Und dann hatten wir wieder einmal Vollmond, da entwickelt sich Charly zum Monster. Er hat nur üble Laune, knurrt alle an und fängt eine Rauferei nach anderen mit Timmy an. An so einem Tag griff Igor Charly an. Und die beiden fingen das raufen an, so was muss man gesehen haben um das zu glauben. Es ging zu wie einem Comic.