Archiv für die Kategorie „Schwangerschaft“

23. Jul 2010

Baby in Öl

(c) pixelio // Annamartha

Wenn ich da an Dirk denke. Er mit seinen Miniportionen. Wenn er länger als zwei Stunden geschlafen hat, bin ich gerannt um zu schauen, ob er noch lebt. Der kam Tag und Nacht in den Zwei-Stunden-Takt. Er trank ein bisschen, schlief mittendrin ein, trank fertig, wenn ich ihn weckte und dann konnte ich lange warten, bis er wieder schlief.

Wehe ich legte ihn wach in sein Bett, dann ging aber seine Sirene los. Und wenn er dann endlich Ruhe gab, dauerte es nicht lange, da war er schon wieder da, die zwei Stunden waren ja um, jetzt hatte er wieder Hunger. Kein Wunder, er spuckte einen Großteil auch immer wieder aus.
Das würde Erik nicht im Traum einfallen, was der in sich reinstopft, gibt er nicht mehr her, und das schafft er alles, ohne zu platzen. Man sieht es auch. Erik ist so ein richtiges Kompaktbaby, diese typische Knuddelsorte.
Dirk war mehr das zierliche Modell, bei dem hatte ich am Anfang immer Angst, dass ich ihn kaputt mache. Ich weiß noch, was für Ängste ich ausgestanden habe, als ich ihn das erste Mal zu Hause badete. Die Hebamme gab mir damals den Tipp, Milch und Olivenöl ins Wasser zu schütten, damit die Haut nicht so trocken wird. Bei der Dosierung hatte ich irgendwie nicht so aufgepasst und schüttete etwas zuviel Öl rein. Kam mir zwar schon viel vor, aber naja.
Nach der Milch kam Dirk in die Babywanne, und für mich folgten die schlimmsten Minuten meines Lebens. Man kann sich nicht vorstellen, wie glitschig so ein ölverschmiertes Kind sein kann, andauernd flutschte er mir zwischen den Fingern davon. Fest zupacken traute ich mich aber auch nicht aus Angst, der geht kaputt. Aber wie immer in solchen Situationen hatte ich Glück, die Hebamme kam genau in diesem Moment zur ihrem Hausbesuch.
Sie schnappte sich Dirk und fragte mich ganz entsetzt, wie viel Öl ich ins Wasser gegeben habe. Na eine Tasse, wie sie mir geraten hatte. Ich denke, ich war ab da eine gute Begründung dafür, wie wichtig es ist, dass Hebammen Mütter beim 1. Kind auch nach der Geburt noch eine Weile weiter betreuen. Es sollte ein halbes Schnapsglas voll Öl sein, die Tassenangabe galt für die Milch. Meine Güte, ich litt unter akutem Schlafmangel, da kann einem schon mal was entgehen.
Dirk hat sein Trauma auch überwunden. Vielleicht nicht sofort, aber nachdem er zwei Jahre alt war, musste ich dem Nachbarn nicht mehr Bescheid geben, dass ich vor hatte, ihn zu baden. Er brauchte das Jugendamt nicht anzurufen mit dem Verdacht, dass ich meinen Sohn misshandle. Und überhaupt, bei seinem ersten Bad im Krankenhaus hat er auch geschrien, als hätte man vor, ihn zu kochen – und da war erst ein Fuß im Wasser.
Ich glaube, er ist manchmal etwas empfindlich. Ob ich den Salat mal mit Olivenöl anmachen kann? Ich habe das noch gar nicht bei ihm ausprobiert.
23. Jul 2010

Eine Kuh fürs Baby?

(c)Kai Tholen/pixelio.de

Wir waren vor dem Baby im Krankenhaus. Dort wurde ich in einem Raum erst mal verkabelt und wir konnten ganz laut den Herzschlag vom Zwerg hören. Den hörten wir eine kurze Zeitlang und dann gab es einen lauten Knall. Nina und ich fuhren zusammen, Nina dachte, das Gerät wäre kaputt gegangen und ich dachte, der Kleine hatte was geschrottet.
Es war nur halb so wild, Erik gab nur die Vorwarnung, dass er sich bald blicken lassen würde. Wir rückten zum Kreißsaal auf. Und dann ging’s rasant, wir schafften es gerade noch rein und dann war er auch schon da, in 15 Minuten. Mehr Zeit hatten wir auch nicht, die Nächste stand bereits vor der Tür. Stellt Euch vor, wir waren vier Frauen, die im 15 Minutentakt die Kinder bekamen  und alles Jungs. Es war Fönsturm. Der ganze Schnee war innerhalb weniger Stunden weg.
So, und wie kann es anders sein, andere Mütter bekommen normale Babys und ich eine Fressbacke. Die anderen Babys waren müde und erholten sich von der Anstrengung, die sie da so haben, wenn sie in die Kälte befördert werden, um dann von einer gestressten Hebamme ins Wasser getunkt und in Klamotten gestopft zu werden.
Erik hatte eigentlich noch mehr Stress, er wurde im Kreißsaal ständig von Nina mit dem Fotoapparat verfolgt. Es gibt ein paar richtig fiese Fotos. Mit denen kann ich ihn später erpressen,  „entweder du machst jetzt, was ich sage, oder ich zeige deinen Freunden die Babybilder“. Die Hebamme stand kurz vor der Explosion, ich dachte schon, sie haut ihr das Kind um die Ohren.
Wie dem auch sei, Erik erholte sich schnell, hatte Hunger und bekam Tee, bis ich anrückte. Nach dem Stillen dauerte es nicht lange, und er hatte wieder Hunger. Andauernd musste ich zur Säuglingsstation marschieren um Teenachschub zu holen. Die anderen Mütter holten ein bis zwei Fläschchen und ich sechs. Ich korrigierte keine einzige, wenn sie zu mir sagten, „wie nett ich doch bin, dass ich für meine Bettnachbarinnen die Fläschchen mitnehme.“
Glaubt bloß nicht, das hätte sich zu Hause geändert, ich ziehe gerade in Erwägung, eine Kuh anzuschaffen. Aber wenigstens ist er friedlich: Er säuft und schläft.
23. Jul 2010

Der zweite Junior

(c)Sabrina Gonstalle/pixelio.de

Der zweite Junior ist da. Ein braves Kind, es ging schnell. Ich hätte es allerdings beinahe übersehen und fast eine Hausgeburt eingeleitet. In der Nacht kamen die „Bauchschmerzen“, also nahm ich eine Wärmflasche mit ins Bett und war ziemlich genervt, weil die so gar nicht wirkte. Stunden später bekam ich dann einen zaghaften Zweifel, ob es denn wirklich nur normale Bauchschmerzen sind, meine Güte, ich mach das erst das zweite Mal durch, es ist über drei Jahre her und es war damals überhaupt alles ganz anders.
Aber es war mitten in der Nacht, im Bett so schön warm und ich wollte meine Freundin zu so einer unmöglichen Zeit nicht wecken, damit sie mich ins Krankenhaus fährt. Außerdem wollte ich meinem Großen noch Bescheid sagen, dass es soweit ist. Nicht, dass Dirk aufwacht und ich einfach nicht mehr da bin.
Kurz nach 7:00 Uhr wurde mir aber auf einmal bewusst, dass die Abstände ziemlich kurz wurden und irgendwie hatte ich es dann eilig. Ich weckte Dirk, sagte ihm, dass ich weg müsse, weil sein Bruder im Anmarsch sei, rief meine Freundin an, bat sie möglichst schnell zu kommen und  betete, dass der Weg zu uns rauf befahrbar war. Bei dem ganzen Schnee ist das ja immer so eine Sache, wenn sie bei dem steilen, kurvigen Stück hängen geblieben wäre, wäre ja keiner mehr vorbei gekommen. Ich spielte schon mit dem Gedanken, auf dem Schlitten nach unten zu fahren.
Aber wir hatten Glück, es war gestreut. Meine Freundin fragte nach den Abständen der Wehen, die so plötzlich nur noch zwei Minuten betrugen und meinte ganz gelassen, dass das kein Problem wäre, sie habe Plastiktüten auf den Sitz gelegt, „dann kommt’s halt im Auto auf die Welt, ich hab schließlich auch zwei, das schaffen wir schon“. Ich fand die Alternative, dass sie das Gaspedal durchdrückt, deutlich reizvoller.
23. Jul 2010

Schwanger im Winter – Beleidigter Hundeknochen

(c)KarinSchumann/pixelio.de

Jedes Mal das gleiche, wenn man sie auslacht. An dem Tag aber zeigte sie es mir richtig. Als ich an alle Kauknochen verteilte, sammelte sie, wie üblich, von den anderen die Knochen ein und legte sie auf ihren Platz. Ich nahm sie ihr mit mahnenden Worten wieder weg und gab sie den Rüden zurück, das alte Spiel.
Dieses Mal aber wartete sie nicht, bis einer den Knochen unbeaufsichtigt liegen ließ, um wieder zu klauen. Nö, kaum hatte ich sie verteilt, stand sie auf, als sie glaubte, ich wäre weg, und sammelte wieder ein. Rico überließ ihr den Knochen wie immer freiwillig, Timmy tat erst so, als hätte er nicht bemerkt, dass Bonny schon wieder da war, aber als sie zu knurren anfing und dabei die Zähne zeigte, fiel ihm das Ding von allein aus der Klappe.
Charly legte sich tatsächlich mit ihr an, er knurrte zurück, war keine gute Idee, mit einer gereizten Frau legt man sich einfach nicht an. Sie packte ihn und schüttelte ihn kurz durch, so hatte sie den letzten Knochen und Charly vermutlich Schleudertrauma. Sie zog sich auf ihren Platz zurück, dabei war sie permanent am Brummeln. Ich ging zu ihr hin und fragte streng, „was machst du da?“ Normalerweise schaut sie bei diesen Worten schuldbewusst und lässt sich ihre Beute wieder abnehmen.
Diesmal tat sie so, als wäre sie taub, drehte mir ihr Hinterteil zu, ließ sich auf die geklauten Kochen fallen und fing an, auf ihrem eigenen zu kauen. Und wie die kaute, ich glaube, sie stellte sich dabei vor, das wäre ich. Ich ließ sie dann im Sinne der Rüden in Ruhe, wenn die mal richtig schlechte Laune hat, müssen sie immer so unter ihr leiden, am meisten Timmy. Der arme Kerl, wenn sie miteinander spielen, rennt sie ihn am häufigsten über den Haufen, die walzt richtig über ihn drüber.
Und wenn sie böse ist, schmeißt sie sich auf ihn drauf. Hat sie besonders schlechte Laune, bleibt sie auf ihm liegen. Von ihm sieht man dann eigentlich kaum noch was, man hört nur ein jämmerliches Quieken. Was will ein Schnauzer-Mischling mit 18 Kilo gegen so eine Wumme mit 40 Kilogramm ausrichten. Nicht mal Rico bleibt stehen, wenn sie in den reinsaust und so ein Schäferhundmix ist um einiges standfester.
23. Jul 2010

Schwanger im Winter – Blasenstau

(c)Hartmut910/pixelio.de

Sie hielten alle durch. Fragt nicht, was in der Früh los war. Nachdem ich aufgestanden war – und ich dachte nicht daran, extra früher aufzustehen – hatten sie es sehr eilig. Dass sie nicht mit verschränkten Beinen dastanden, war alles. In weiser Voraussicht  ließ ich sie vor mir die Treppen runter laufen.
Gott sei Dank, wäre ich zuerst gegangen, hätten sie mich überrollt.
Sie starteten alle gleichzeitig, achteten aber trotzdem darauf, dass Bonny eine Kopflänge voraus war.  Kann ich nachvollziehen, sie waren ja nicht lebensmüde. Nur Bonny ist jetzt nicht wirklich die wendigste: Sie sauste die erste Treppe runter, packte aber beim Absatz die Kurve nicht, ihr zog es die Hinterpfoten weg und schon lag sie. Alle drei stolperten über sie drüber, der reinste Hundeverhau. Bonny ganz unten und der Rest mehr oder weniger auf ihr drauf.
Für einen kurzen Moment rührte sich gar nichts, außer mir, ich konnte mich kaum auf den Beinen halten vor lachen. Vermutlich mit ein Grund, weshalb sie etwas gereizter als sonst reagierte. Zuerst kam ein absolut giftiges Knurren, gleichzeitig versuchte sie aufzustehen, was nicht so einfach war, die anderen mussten sich schließlich auch erst mal sortieren. Bonnys Knurren hörte sich inzwischen schon ganz schön unheimlich an, vor allem zeigte sie ihre Zähne, aber wie. Die hätte in jeden Horrorfilm gepasst. Irgendwie hatten die Rüden es auf einmal brandeilig, von ihr weg zu kommen. So kam sie endlich hoch, warf mir einen bösen Blick zu und marschierte die restlichen Treppen runter.
Sie hörte zwar auf zu knurren, aber die Zähne zeigte sie nach wie vor. Die drei Hunde-Kollegen warteten, bis ich kam und blieben hinter mir, sie benutzten mich als Schutzschild, die Feiglinge.  Ich öffnete die Tür und sie stolzierte an mir vorbei, schritt betont langsam die drei Stufen runter und dann machte vermutlich ihre Blase nicht mehr mit, sie raste plötzlich mit einem Affentempo los und mit ihr der Rest.
Gut, dass Rico die wenigste Angst vor Bonny hat, so war er schon draußen, als Timmy und Charly kamen. Die rannten nämlich gleichzeitig raus, zu dritt wären sie stecken geblieben. Nach der Aktion konnte ich ihnen nicht mehr böse sein, aber sie sind selber Schuld. Hätten sie auf mich gehört, wäre es in der Früh nicht so dringend gewesen. Bonny war aber schwer beleidigt, sie ignorierte mich fast den ganzen Tag. Sie kann so humorlos sein.
23. Jul 2010

Schwanger im Winter – Hundeklo

(c)DieterSchütz/pixelio.de

Der Winter ist wirklich lausig kalt und meine Laune sinkt gewaltig, wenn es Zeit ist, mit den Hunden die letzte Runde zu machen. Allein schon bis alle ihre Leinen dran haben, dazu muss ich mich ja bücken. Gut, das ist nicht das Problem, man lehnt sich leicht nach vorn, den Rest erledigen der Bauch und die Schwerkraft.
Aber bis man wieder hoch kommt, die Hunde halten ja nicht still. Da muss man als Hund ständig hin- und herlaufen, mir mindestens fünfmal die Leine um die Beine wickeln und lautstark bellen, erst dann rennen sie mit mir Gassi. Normalerweise.
In dieser Nacht allerdings nicht. Erst war das ganze Theater wie gehabt. Timmy und Charly knurrten sich schon mal an, wer als erstes raus geht, ich mach die Tür auf und die Viecher bleiben stehen. Keiner wollte raus, ich musste sie hinter mir herziehen! Die drei Treppen runter ging noch, ein kräftiger Ruck, dann plumpsten sie von allein, aber durch den Schnee!
Bonny setzte sich einfach hin, Charly spreizte sich mit allen vier Pfoten ein und Rico und Timmy folgten auch nur sehr widerspenstig. Man war ich wütend, aber trotz Wut schaffte ich nur ein paar Meter. Da wo Bonny gesessen war, brauchte ich wenigstens nicht mehr Schneeräumen.
Ok, es hatte -30° Grad, aber sie sollten schließlich keinen Spaziergang machen, sondern einfach nur noch mal aufs Klo – und jetzt streikten sie. Da steht man mitten in der Nacht bei arktischer Kälte  hochschwanger in der Prärie und versucht Hunde dazu zu überreden, ihr Bein zu heben. Und mit was für einem Erfolg? Bonny sitzt mit flach angelegten Ohren da und schaut wenigstens schuldbewusst, Charly sieht mich an, als wäre ich der schlimmste Tierquäler auf der ganzen Welt, Timmy und Rico zitterten auch, machten aber eher den genervten Eindruck, so wie „ist ja gut, aber könntest du mit deinem Gezeter aufhören und ins Haus zurück gehen“. Nachdem Befehle wie „ihr macht jetzt augenblicklich euer Geschäft“ nichts gebracht hatten, sind wir wieder rein. Ich drohte ihnen an, dass ich jedem das Fell über die Ohren ziehe, der ins Haus macht oder mich aus dem Bett holt, weil er nun doch mal ganz dringend muss… Mehr Hundeleben folgt.
23. Jul 2010

Schwanger im Winter – auf Fuchsjagd

(c)Michael/pixelio.de

Da bei uns Rehe, Hasen und Füchse direkt vor der Haustüre herumstronern, nehme  ich die Hunde nachts immer an die  Leine, wenn sie ein letztes Mal rausgelassen werden. Timmy, Rico und Charly jagen nach wie vor. Sehe ich die Tiere vor den Hunden, kann ich sie zur Ordnung rufen. Leider sehe ich sie nicht immer. So ging ich mal wieder unsere letzte Runde des Tages. Oder, besser gesagt, die Hunde gingen und ich verfolgte sie prustend.
Ich war so damit beschäftigt, die vier zu überreden ihr Tempo einer sehr bald werdenden Mutter anzupassen, dass ich den Fuchs nicht bemerkte habe.
Es gab einen Ruck und bevor ich überhaupt wusste, was los war, lag ich schon auf dem Bauch und wurde von den Hunden durch den Tiefschnee gezogen. Frag’ nicht, warum ich die Leinen nicht los ließ, ich weiß es nicht, vielleicht wollte ich mich einfach nur irgendwo festhalten. Ich schaffte es dann aber doch einen ordentlichen Schrei loszulassen, und während ich so am kreischen war, riss die Leine von Charly.
Charly verfolgte unbeirrt den Fuchs weiter, aber die anderen blieben endlich stehen. Super, ich dachte, ich bekomme mein Kind auf dem Acker mit drei Hunden als Hebammen. Rico schaute mich an und drehte seinen Kopf schief, gerade so, als wollte er mich fragen, warum in aller Welt ich jetzt Schneepflug spielen muss. Ich sage euch, sein Blick war vorwurfsvoll, als wäre ich eine miese Spielverderberin. Bonny freute sich einfach mal, allerdings sehr verhalten. Sie bemerkte wahrscehinlich als erste, dass ich kochte, und blieb vorsichtshalber außer Reichweite. Timmy zerrte  quietschend an der Leine, weil er unbedingt den Fuchs noch erreichen wollte.
Gut, passiert ist nichts, bis auf ein paar weitere blaue Flecken. Aber mir und dem Zwerg reichte es. Er machte seiner Empörung Luft, indem er mich getreten hat, was das Zeug hielt und ich fauchte die Hunde an, dass sie sofort ins Haus verschwinden sollen. Charly war inzwischen auch wieder da und kam ebenfalls nicht in meine Nähe.
Alle vier gingen wie die Profis bei Fuß, während ich schimpfte wie ein Rohrspatz. Glaubt mir, ich hatte eine Menge zu sagen. Warum  musste ich mir so doofe Hunde anschaffen, es gibt ja schließlich auch Meerschweinchen oder Kanarienvögel. Im Haus hatten sie es sehr eilig, in ihre Hundekörbe zu verschwinden. Charly und Timmy unterließen sogar ihr allabendliches Gerangel, wer in welchem Korb schläft. Ein paar  Tage lang folgten sie  super, teilweise sogar nur auf Handzeichen. Aber wie das so ist, der Alltag lässt nicht allzu lange auf sich warten. Den nächsten Ärger gab es bereits einige Nächte später…  Mehr Hundeleben folgt.
23. Jul 2010

Schwanger im Winter

(c)JMG/pixelio.de

Das zweite Kind ist da. Wie war es aber, im tiefsten Winter schwanger zu sein? Hart. Vor allem, wenn man solche Hunde hat…
Eines kann ich euch sagen: Ich ziehe gerade eine meiner ungeschicktesten Aktionen durch. Im kältesten Winter schwanger zu sein, mitten in der Pampa! Die Schwangerschaft fand ich beim ersten Kind schon nicht berauschend, aber jetzt verwünsche ich die Begleiterscheinungen bereits schon seit dem 4. Monat.
Die Ärztin konnte mich lange Zeit nicht davon überzeugen, dass es nur ein Kind ist und nicht mindestens zwei bis drei. Ich mutiere gerade zum Walross und das ist mit den Hunden ätzend.
Eigentlich hätte ich nichts gegen diese kleinen bellenden Rennmäuse, die, wenn sie angerannt kommen und an einem hochspringen, gerade mal Kniehöhe erreichen. Die kann man noch wegschnippen, wenn sie zu wild werden. Bonny kommt aber immer in vollem Galopp auf einen zu und denkt nicht im Traum daran rechtzeitig zu bremsen. Entweder hat man einen Baum oder eine Mauer im Rücken oder man rettete sich mit einem flotten Seitensprung, ansonsten  wirst du halt von einem Bernersennenhund platt gewalzt…
Pech gehabt. Sie hat damit aber kein Problem, fährt dir stattdessen restlos begeistert mit der Zunge übers Gesicht, wenn du am Boden liegst und freut sich. Charly ist noch fieser. Während Bonny ankommt wie ein Bär, hat er (dieser Wald- und Wiesenunfall) die Geschwindigkeit eines Düsenjets.
Ich bin immer noch nicht dahinter gekommen, was bei dem alles dabei ist. Er ist wie ein Geschoss, er kommt angeflogen, springt hoch, knallt seinen Schädel gegen mein Kinn und dann bin ich glücklich, wenn es kein K.O. war. Ich kontrolliere, ob der Kiefer noch ganz ist, alle Zähne drin geblieben sind  und ich überhaupt noch schwanger bin. Sonst ist es kein Thema, man muss ja nur schnell genug sein.
Jetzt sei aber mal flott, wenn man nur noch watscheln kann und dabei schnaufen muss wie ein asthmatischer Mops. Na der Zwerg wird auf jeden Fall bestens auf ein Leben mit seinem Bruder Dirk vorbereitet, ältere Brüder sind auch nicht gerade zimperlich. Die rüde Boxerei kennt er jetzt wenigstens schon… Mehr Hundeleben folgt.